Brot und Wein

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Die Kommunion unter beiden Gestalten

Der Ursprung des Ritus der Kommunion findet sich selbstverständlich in den Gesten und Worten Jesu, beim Letzten Abendmahl mit seinen Jüngern: er sprach das Dankgebet (griechisch: eucharistein, daher unser Wort Eucharistie), brach das Brot und reichte den Kelch herum, die Worte sprechend, die jede Konsekration aufgreift: "Nehmt uns esst: dies ist mein Leib ... nehmt und trinkt: dies ist mein Blut".

 

 

Für die ersten christlichen Generationen wurde die Kommunion bei einer Mahlfeier gehalten, das Brot und den konsekrierten Wein teilend (nach Lk 24,36-53 und 1 Kor 11,20-26: "Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.")

 

Die Zeugnisse belegen, dass zur Zeit der Väter die Gläubigen stehend kommunizierten, das geweihte Brot in der Hand empfangend und aus dem Kelch trinkend. Siehe beispielsweise die Erklärung des Heiligen Justin an die Heiden in Rom im 2. Jh.: "Die, die wir Diakone nennen, ermöglichen es jedem der Teilnehmenden teilzuhaben am Brot und am mit Wasser vermischten Wein, über die das Dankgebet gesprochen worden war. Diese Speise erhält den Namen Eucharistie." Wie der Heilge Cyrill, Bischof in Jerusalem im 4. Jh. in seinen mystagogischen Katechesen den Neophythen (d.h. den Neugetauften) erläutert, was es heißt, würdig zu kommunizieren: "Wenn du dich also näherst, nähere dich nicht mit gespreizten Händen; sondern mache aus deiner linken Hand einen Thron für deine rechte Hand, weil diese den König empfangen soll, und empfange in deiner Hand den Leib Christi, indem du Amen antwortest. Dann, nachdem du am Leib Christi kommuniziert hast, nähere dich auch dem Kelch seines Blutes."

 

Danach folgte eine Entwicklung, die sich darum bemühte, jedes Fehlen an Respekt der Eucharistie gegenüber zu verhindern: am Ende des ersten Jahrtausends wird die Mundkommunion zur Gewohnheit und löste die Handkommunion ab; ab dem 13. Jh., zumindest im Westen, kommunizierten die Gläubigen man nicht mehr am Blut Christi und diese Praxis wurde schließlich beim Konzil von Konstanz (15. Jh.) endgültig verboten.

Es ist das zweite Vatikanische Konzil, dass in einem Bemühen um Vereinfachung und Rückkehr zu den Ursprüngen diese Praxis verändert hat, die sich im Laufe der Jahrhunderte verkompliziert hatte. Die Kommunion unter beiden Gestalten ist von neuem erlaubt unter bestimmten Umständen, darunter die Konventsmesse der Klöster (was auf die Eucharistiefeiern unserer Gemeinschaften zutrifft). Doch führt das Konzil aus, dass Christus vollkommen auch unter einer Gestalt empfangen wird; das römische Messbuch führt dazu aus: Die Heilige Kommunion realisiert vollständiger ihren Zeichencharakter, wenn sie unter beiden Gestalten gefeiert wird. Denn in dieser Form erstrahlt das Zeichen des eucharistischen Festmahles heller und sie verdeutlicht besser die göttlichen Willen den neuen und ewigen Bund zu vollziehen im Blut des Herrn ...Auch wird die Verbindung zwischen dem eucharistischen Festmahl und dem eschatologischen Festmahl im Reich des Vaters deutlicher (vgl. röm. Messbuch Nr. 240).

 

Die Kommunion am Leib Christi wird wie gewohnt in der Form der Handkommunion empfangen, wie Cyrill von Jersualem schrieb. Und die Kommunion am Blut Christi "durch das Trinken am Kelch". Die Kommunion durch Eintauchen, wenn auch "entgegengesetzt zu den Überlieferungen der Evangelien" (so das Konzil von Braga 675), ist dennoch möglich; dann ist es jedoch der Priester, der die Hostie in den Kelch taucht und sie dann dem Gläubigen auf die Zunge legt. Dennoch erscheint die Geste, dem Gläubigen den Kelch hinzuhalten, damit er ihn selbst an seine Lippen führt und daraus trinkt, viel schöner und der Weisung des Herrn entsprechender, und ist so vorzuziehen. "Nehmt und trinket alle daraus, dass ist der Kelch des neuen Bundes, mein Blut".

 

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